Das Kinderrecht auf Schutz vor Mobbing

Laut Artikel 19 der Kinderrechtskonvention hat jedes Kind das Recht auf Schutz vor Gewalt. Auch Mobbing ist Gewalt, denn es verletzt vor allem die Seele des betroffenen Kindes.

Das Wort Mobbing kommt von dem Englischen Wort „to mob“. Das bedeutet so viel wie pöbeln oder jemanden schikanieren. Von Mobbing sprechen wir, wenn jemand von einer Gruppe regelmäßig gehänselt oder ausgegrenzt wird und das über eine längere Zeit geschieht. Mobbing kann in unterschiedlichster Form geschehen: ein Kind kann gehänselt werden, weil es den Pullover von seinen älteren Geschwistern tragen muss oder es wird von anderen geschubst und getreten, weil es im Sport nicht so gut ist.

Leider ist Mobbing unter Schülerinnen und Schülern stark verbreitet. Jeder zweite Schüler und Schüler wird oder wurde bereits gemobbt und Untersuchungen haben gezeigt, dass pro Woche 500.000 Mobbingfälle in den Schulen in Deutschland stattfinden. Doch Mobbing geschieht nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch in Sportvereinen oder im Freundeskreis.

Cybermobbing – das Mobbing im Internet

Aber auch online, also im Internet, können Menschen gemobbt werden. Experten nennen das Cybermobbing. Jedes vierte Kind ab 12 Jahren kennt jemanden, der oder die schon einmal online gemobbt wurde. Doch wie kann so etwas aussehen? Das sind ein paar typische Beispiele: In sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook und Instagram oder auf einer Homepage werden peinliche Fotos oder Handyvideos von jemandem hochgeladen, obwohl er oder sie das nicht möchte. Oder in Kommentaren der sozialen Netzwerke wird jemand beleidigt oder gehänselt. Cybermobbing ist aber auch, wenn man bei WhatsApp zum Beispiel Andere aus Gruppen ausschließt oder jemand dort Bilder und Videos verschickt, die für andere Leute nicht schön sind.

Könnte man sogar sagen, dass mehr Kinder online gemobbt werden? Nein, das kann man so nicht sagen. Aber Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Cybermobbing für die Täterinnen und Täter leichter fällt, weil sie im Internet einfach unter falschen Namen andere Leute beleidigen und bloß stellen können. Sie können also nicht direkt von Lehrern oder Eltern bestraft werden. Ganz oft passiert es auch, dass Kinder, die in der Klasse oder im Sportverein schon geärgert wurden, auch im Internet gemobbt werden.

Was könnt Ihr tun, wenn jemand gemobbt wird?

Wenn auch Ihr mitbekommt, dass ein anderes Kind online oder in der Schulklasse gemobbt wird oder Ihr sogar selbst betroffen seid, dann ist es ganz wichtig, dass Ihr mit jemandem darüber sprecht. Am besten mit jemandem, dem Ihr vertrauen könnt, zum Beispiel mit Euren Eltern, Eurer Oma oder Eurem Opa oder Eurem Lehrer oder Eurer Lehrerin.

Vielleicht wollt Ihr aber auch lieber nicht mit jemandem über Mobbing sprechen, den Ihr kennt. Dann könnt Ihr bei der Nummer gegen Kummer anrufen. Das ist ein kostenloses Hilfetelefon für Kinder. Wenn Ihr bei dieser Nummer anruft, helfen Euch Spezialisten bei Eurem Problem weiter. Auch auf der Homepage Mobbing – Schluss damit! könnt Ihr Euch anonyme Hilfe holen. Speziell an Jugendliche richtet sich die Webseite Juuuport.

Wichtig ist, dass Ihr Mobbing immer ansprecht. Denn nur so kann sich etwas an der Situation ändern.